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CHAGALL, MARC

Witebsk 1887 - 1985 Saint-Paul-de-Vence

"Bouquet à la Tour Eiffel".


Farblithografie,
handsig. u.r. sowie num. 48/90 u.l.,
46x61 cm


Literature: Fernand Mourlot, Chagall. Lithographe II, Monte Carlo 1963, p. 50, no. 222. Dated 1958.

This lithograph was created during Marc Chagall’s stay in Vence. To the right of the ostentatious bouquet of flowers rises the Eiffel Tower. For Chagall, this tower symbolizes heaven and freedom. On the left side, a women grasps her bared bosom. She depicts eroticism, fertility and life, which is also illustrated by the fruit bowl next to her. The color is a main component of Chagall’s work and of the same value as the motive as it brings intensity and luminance to the composition.



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Literatur: Fernand Mourlot, Chagall. Lithographe II, Monte Carlo 1963, S. 50, Nr. 222. Datiert 1958.

Marc Chagall studierte 1907 Malerei in St. Petersburg. Anlässlich eines Aufenthaltes in Paris 1910-1913 lernte er Amedeo Modigliani, Robert Delaunay und Albert Gleizes kennen und hatte Gelegenheit, sich mit den aktuellen Kunstströmungen wie Kubismus und Fauvismus auseinanderzusetzen. 1914 fand in Herbert Waldens Berliner Galerie "Der Sturm" die erste Einzelausstellung seiner Werke statt. 1915 kehrte Chagall nach Russland zurück. In den folgenden Jahren bildete er einen ausgesprochen individuellen Stil aus, der jüdisch-folkloristische Elemente mit Formen der westlichen Avantgarde verband. 1917 gründete er die Kunstakademie von Witebsk, die eine zentrale Rolle in der Entwicklung der russischen Avantgarde spielen sollte. 1923 ging er nach Zwischenstationen in Moskau und Berlin nach Paris, wo er sich als Buchillustrator betätigte. Ab 1925 nahmen Motive aus der Zirkuswelt breiten Raum in seinem Schaffen ein. Häufig stellte er Menschen und Tiere schwebend in einem von leuchtenden Farben erfüllten Bildraum dar. 1941 wanderte er in die Vereinigten Staaten aus, kehrte 1947 nach Frankreich zurück und liess sich 1950 in Vence nieder.

Das angebotene Blatt entstand in Marc Chagalls Zeit in Vence. Rechts des pompösen Blumenstrausses erhebt sich der Eiffelturm, Chagalls charakteristisches Symbol für den Himmel und die Freiheit, während sich links eine Frau zwischen die entblössten Brüste greift. Sie steht sowohl als Zeichen für Erotik als auch für die Fruchtbarkeit und das Leben, was durch die Obstschale vor ihr zusätzlich verstärkt wird. Die Farbe - stets Leitelement in Chagalls Kunst und gleichwertig zum Motiv - erfüllt auch die vorliegende Komposition mit Intensität und Leuchtkraft.

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