A140 Herbst 2025 : Internationale Kunst

85 Internationale Kunst 448 CÉSAR (EIGTL. BALDACCINI, CÉSAR) (MARSEILLE 1921 – 1998 PARIS) COMPRESSION. Silbergrau und dunkelgrün lackiertes Metall, zusammengepresst, oben graviert sig., H: 28 cm, B: 29 cm, T: 10 cm CHF 16000.–* / EUR 18000.–* Provenienz: Bukowskis, Stockholm, 27. April 2005, Lot-Nr. 617; europäischer Privatbesitz. Ausstellung: Nouveau Réalisme, Kunsthalle Krems, Krems-Stein, 21. November 2010 – 20. Februar 2011. Das vorliegende, 1968 entstandene Werk ist beim Archiv Denyse Durand-Ruel, Paris, unter der Nr. 4011 registriert. Der bedeutende französische Bildhauer und Objektkünstler César – mit bürgerlichem Namen César Baldaccini – studierte 1935-1939 an der Aka- demie seiner Geburtsstadt und 1943-1947 an der Akademie in Paris. Dort machte er unter anderem Bekanntschaft mit Pablo Picasso, Germaine Richier und Alberto Giacometti, die ihn auf seinem Weg zu einer betont unakademischen Kunst bestärkten. Ende der 1940er Jahre entstanden erste Skulpturen aus Gips und Eisen, ab 1949 auch Arbeiten aus getriebenen Bleifolien und Draht. Die 1950er Jahre brachten einen radikalen Wandel im künstlerischen Schaffen des Südfranzosen: Bereits ab 1952, zunehmend aber ab 1955 verarbeitete César Industrieabfälle und Schrott- teile in seinen Werken. 1954 bespielte er mit seinen «Tieren aus Schrott» die erste Einzelausstellung in der Galerie Durand. Ab den 1960er Jahren beteiligte er sich an der Bewegung der Nouveaux Réalistes und verkehrte mit Künstlern wie Arman, Yves Klein, Jean Tinguely, Niki de Saint Phalle und anderen. In dieser Zeit entstanden seine berühmten «Compressions dirigées», mittels Metallpresse zusammengestauchte Fundobjekte wie Autokarosserien oder Metallwaren aller Art, die auf diese Weise zu Kunstobjekten verdichtet wurden. Bekanntheit erlangte César ferner mit plasti- schen Werken wie dem Abguss seines eigenen Daumens oder der Brust einer Tänzerin.

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