A140 Herbst 2025 : Internationale Kunst

87 Internationale Kunst 451 ARMAN (EIGTL. FERNANDEZ, ARMAND PIERRE) (NIZZA 1928 – 2005 NEW YORK) «ACCUMULATION ALPHABÉTIQUE». Textile Initialenbänder in Kartonschachteln, in verglastem Holzkasten, a. Deckel eines Kartons (neben NS) sig. u. dat. 1962, H: 51,8 cm, B: 32,5 cm, T: 10,5 cm CHF 12000.–* / EUR 13000.–* Provenienz: Richard Feigen Gallery, New York; Galleria Schwarz, Mailand; Galerie Reckermann, Köln, 7. Januar 2008; europäischer Privatbesitz. Ausstellungen: Nouveau Réalisme, Kunsthalle Krems, Krems-Stein, 21. November 2010 – 20. Februar 2011; Ruhestörung. Streifzüge durch die Welten der Colllage, Marta Herford Museum für Kunst, Architektur, Design, Herford, 28. September 2013 – 26. Januar 2014 (mit ganzseitiger Abbildung im Ausstellungskatalog S. 142); Zero und Nouveau Réalisme. Die Befragung der Wirklichkeit, Stiftung Ahlers Pro Arte, Hannover, 26. Februar – 26. Juni 2016 (mit Abbildung im Ausstellungskatalog S. 75). Literatur: Denyse Durand-Ruel, Arman Catalogue Raisonné, Bd. 2, 1960-1962, Rom 1994, Nr. 328. Zur Werkgruppe von Armans Akkumulationen zählen serielle Anordnungen identischer oder verwandter Alltagsobjekte, die der Künstler in Behäl- tern, Vitrinen oder auf Flächen fixierte. Durch Wiederholung entzog er den Dingen ihre ursprüngliche Funktion und führte sie in neue, oft ambivalen- te Bedeutungszusammenhänge über. In «Accumulation Alphabétique» griff Arman dieses Prinzip auf und arrangierte die einst zur Personalisierung von Kleidung verwendeten Textil-Initialenbänder alphabetisch sortiert in Kartonschachteln, die in einem verglasten Holzkasten präsentiert werden. Die Ordnung und Struktur gerät jedoch durch einzelne fehlende oder in ihrer Abfolge vertauschte Kartons ins Wanken. Damit verdichtet das Werk Armans zentrale Themen: die Spannung zwischen persönlicher Bedeutung und serieller Beliebigkeit, zwischen ordnendem System und drohen- dem Zerfall.

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