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BARRAUD, MAURICE

1889 Genève 1954

"Trois jeunes filles à vélo".


Öl auf Leinwand,
sig. u. dat. (19)47 u.r., verso a. Keilrahmen betitelt,
90,5x150 cm

Dem Gemälde wird eine Mappe mit 12 Reproduktionen nach Gemälden von Maurice Barraud aus dem Kalender für das Jahr 1967 der Schweizerischen Unfallversicherungs-Gesellschaft in Winterthur beigegeben, in der auch das angebotene Werk wiedergegeben ist.

In jungen Jahren führte Maurice Barraud in Genf gemeinsam mit seinem später ebenfalls als Maler etablierten Bruder Gustave François ein Atelier für Werbegrafik. Daneben studierte er Malerei und Modellierkunst an der École des Beaux-Arts. 1914 wechselte er ganz zur Malerei und gründete zusammen mit seinem Bruder, Émile Bressler, Gustave Buchet und anderen die Künstlergruppe "Le Falot". Studienreisen führten ihn in die Bretagne und nach Südfrankreich. In den 1920er Jahren folgten Aufenthalte in Paris, Barcelona, Algier, Rom, Venedig und Sizilien. Schuf Barraud anfangs vor allem literarisch beeinflusste Werke und dunkeltonige Figurenbilder aus dem Grossstadtleben, so hellte sich seine Palette unter dem Eindruck der lichtdurchfluteten Mittelmeerlandschaften zunehmend auf. Thematisch bevorzugte er die Darstellung von Frauen, die er auf vielfältige Weise, einzeln und formatfüllend, als Gruppen in Interieurs, als Akte oder in eleganter Garderobe ins Bild zu setzen verstand.

Auch in der vorliegenden, lebhaften Arbeit drückt sich Barrauds Leidenschaft für die Darstellung von Frauen aus. Das gleiche Sujet taucht in zwei weiteren Kompositionen von 1944 auf. Während dieser Zeit reiste Barraud häufig ins Tessin und machte Urlaub in Ascona und Lugano. Es ist deshalb gut vorstellbar, dass die drei Mädchen während den Sommerferien am Ufer des Lago Maggiore oder des Lago di Lugano gemalt wurden. Nach Hélène de Martino und Chantal Oederlin beeinflussten die Tessiner Reisen Barrauds Kunst massgeblich. Nachdem er sich 1918 erstmals in der Südschweiz aufgehalten hatte, widmete er sich vermehrt Naturmotiven. Und zu Beginn der 1940er Jahre macht sich im Oeuvre des Künstlers eine Periode bemerkbar, in der sich die Lebensfreude bildlich zu manifestieren scheint.

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